21_Stegreif IEB Collection

Stegreif IEB Collection

Es ist Zeit für den Frühjahrsputz, das deuten die unzähligen Kartons vor den Haustüren an. Mit einem „Zu verschenken” animierend etikettiert adressieren sie die Vorbeikommenden. Hier wird also etwas angeboten: umsonst, gratis, kostenlos. Mit geschärften Sinnen und doch auffällig verhalten wird sich der Offerte langsam genähert. Bunte Bestseller aller Epochen, Porzellanteller, Tassen wie bei Oma, Gläser auch, darunter fast versteckt eine ja tadellose Küchenreibe. Etwas weiter gibt es Ton- und Bildträger, Kassetten, CDs, VHS, die ganzen Klassiker auf antiquierten Datenträgern. Alles zum Ramsch. Spannender wird es bei Möbeln. Tische, Stühle, Sofas, Sessel, Matratzen, Lattenroste, ganze Küchen, Schränke, Garnituren und dann kommen Leuchten. Wohn- und Alltagswelten werden hier auf die Straße gestellt, die vormals noch die Häuser füllten.

Für das Ausmisten in den eigenen vier Wänden, der Wohnung, des Kellers, des Speichers, der Garage, mag es vielfältige Gründe geben. Entsorgen, aber nicht Wegschmeißen, das ist die oberste Prämisse. Ob aus einem inneren Mitgefühl den Objekten gegenüber oder Nachhaltigkeitsgründen werden die Dinge behutsam straßenseitig platziert. Den Fundradius über die Quartiergrenzen hinaus erweitern Kleinanzeigen oder eigens Gruppen auf sozialen Plattformen.Mit etwas Kreativität braucht es nichts funkelnd Neues, um den Wohnraum aufzumöbeln. Wie einfach dies ist, zeigen beispielsweise Kanäle wie IKEAhackers und das schon seit 2006. Vielleicht auch aus der Not geboren, doch bestimmt mit Liebe zum Detail, lassen sich stilvolle Beispiele transformierter Möbel sogar in Hotels entdecken. Das Magdas Hotel in Wien ist hier kein Einzelfall. Mit einem geschickt platzierten Schnitt wird ein Stuhl zum originellen, neuen Nachttisch, ein Tisch zum Regal, eine Flasche zur Leuchte.

Jedes Objekt hat seine eigene Geschichte, seine Vergangenheit. Damit diese nicht in der Gegenwart endet braucht es kuriosen Experimentierwillen, echte Selbstverwirklichungsgefühle und sprühende Leidenschaft.

Schärft eure Augen und Suchfähigkeiten!

Lasst euch vom Objekt Inspirieren!

Setzt eure Vorstellungen in die Tat um!

Erzählt seine Geschichte weiter!

Und begründet die IEB Collection!

 

Aufgabe

  • Sucht etwas altes, gebrauchtes welches „zu verschenken“ ist. Zum Beispiel auf Ebay-Kleinanzeigen, Facebook, Straßenfund, Sperrmüll, auf dem Dachboden oder im Keller.
  • Interpretiert das Fundstück neu und entwerft ein Möbelstück oder eine Beleuchtung (keine Dekoration)für einen spezifischen Ort im eigenen Zuhause. Mögliche Orte wären das Schlafzimmer, Ess- oder Wohnzimmer, die Küche, das Badezimmer oder die Terrasse bzw. der Balkon.
  • Macht ein qualitativ hochwertiges Produktfoto und platziert es auf dem vorgegebenen Layout. Das Produkt soll dabei ausgeschnitten oder alternativ in Szene gesetzt werden.
  • Gebt eurem Entwurf einen Namen.
  • Schreibt eine kurze Produktbeschreibung über das Möbelstück, aus dem hervorgeht woher es kommt, was es mal war und was es nun ist, welche Funktion es hat und aus welchen Materialien es besteht.

* Die Verwendung von Hilfsmaterialien wie Schrauben, Kleber, Kabel, Unterkonstruktion etc. ist  gestattet, allerdings sollte der Anteil des Recycelten erkennbar größer sein.

Abgabeleistungen
Produktblatt als  PDF im Format DIN A3 (s.Vorlage)
Modell im Maßstab 1:1
* Die Layoutvorlage findet ihr in der StudIP Veranstaltung (Ordner „Layoutvorlage“)

StudIP

https://studip.tu-braunschweig.de/dispatch.php/course/details?sem_id=f2077d771e7f79cc84a4357fb2eb59f4

26.04.2021
Digitale Abgabe bis 12 Uhr als PDF bei StudIP hochladen. (Ordner „Abgabe“)
Abgabe Modelle im Architekturpavillon bis 14 Uhr.

* Solltet ihr euch momentan nicht in Braunschweig befinden, wird alternativ zur Modellabgabe zusätzlich ein szenisches Produktfoto in hoher Qualität erwartet.