MA | Humboldt Laboratorium – Teneriffa

Humboldt Laboratorium – Teneriffa WS 19/20 Alexander Freiherr von Humboldt (1769 – 1859) war nicht nur einer der wichtigsten Naturforscher und Botaniker seiner Zeit, sondern er ist eng mit Spanien und Teneriffa verknüpft. Im Jahr 1799 brach er im Auftrag der spanischen Krone zu einer Forschungsreise nach Südamerika auf. Bevor er über den Atlantik segelte, verbrachte er für wissenschaftliche Experimente eine Woche auf  der Insel Teneriffa. Im Juni des Jahres 1799 bestieg Humboldt zu Fuß den Vulkan Pico del Teide und führte botanische, geologische und astronomische Untersuchungen durch. Mit 3.718 Meter Höhe ist er der drittgrößte Vulkan der Erde. Dort verortete Humboldt Pflanzenbestände in den unterschiedlichsten Höhenlagen des Vulkans. Diese Einteilungen der Pflanzenbestände werden von ihm in die „Vegetationszonen“ überführt, womit durch ihn die neue Wissenschaft der Geobotanik begründet wird. Seine Reiseerinnerungen hielt Humboldt in einem Tagebuch fest, das mittlerweile Grundlage vieler Veröffentlichungen und Bücher geworden ist. Aufgrund seiner Eintragungen weiß man auch, welchen tiefen Eindruck Teneriffa bei ihm hinterlassen hat. 

Humboldt schreibt: „Obwohl ich so viele beeindruckende Länder bereist habe, habe ich nirgendwo ein Bild gesehen, das mich so tief berührt hat, wie das abwechslungsreiche Relief, die sanften Hügel, die Vielfalt und Harmonie der Nordwestküste Teneriffas.(…) Fast mit Tränen in den Augen reise ich ab. Gerne würde ich herkommen, um hier zu leben.“

Die Insel Teneriffa befindet sich in einer Übergangszone zwischen subtropischem und gemäßigtem Klima. Sie profitiert von einer warmen Strömung, die die Klimabedingungen auf der Insel abmildert, sowie von dem erfrischenden Passatwind, der besonders von Seglern geschätzt wird. Die Insel mit seinen Nachbarinseln ist geprägt von Vulkanausbrüchen, unterseeischen Erdrutschen und Tsunamis, auch unterhalb des Meeresspiegels. Die Kraterlandschaft des Nationalparks Teide ist Weltnaturerbe der UNESCO. Die direkte Nähe zu gleich mehreren tektonischen Plattengrenzen machen die Kanarischen Inseln zu einem für die Geologen interessanten Gebiet. Die Geologen richten ihre Aufmerksamkeit besonders auf den 3.718 Meter hohen Vulkan Teide. Der sogenannte Schichtvulkan gilt zwar als aktiv, aber zurzeit ruht er. Im Jahr 2003 öffnete sich ein Riss an der Nordostseite des Vulkans. Seit 2003 wird der Vulkan dauerhaft von Geologen überwacht. Außerdem ist die ganze Insel ist seit 1988 ein Lichtschutzgebiet, welches die Astronomie zu einem weiteren wissenschaftlichen Schwerpunkt für Teneriffa macht.

Humboldt hat die Naturforschung auf Teneriffa etabliert. In dem neuen „Humboldt Laboratorium –Teneriffa“ sollen sich Wissenschaftler und Naturforscher aus der ganzen Welt hier im offenen Laboratorium treffen, um zu forschen, zu diskutieren und um ihr Wissen zu kommunizieren. Humboldt ging es immer um den Austausch zwischen den Wissenschaften und darum, dass das Wissen weitergegeben wird, wie in seinen „Kosmos“-Vorlesungen, die für jeden zugänglich sein sollten. In diesem Sinne steht das Humboldt Laboratorium auch Einheimischen und Touristen offen, die sich dort für einen oder auch mehrere Tage aufhalten können, um mit Wissenschaftlern zusammenzukommen. Am Rande des Nationalparks El Teide soll ein Ort mit Forschungs-, Ausstellungs-, Veranstaltungseinrichtungen in spannenden atmosphärischen Räumen in Einbeziehung der Landschaft entstehen.

Der Klimawandel ist in aller Munde und es sollte mehr Orte des Austausches für ihn geben. Teneriffa ist ein idealer Ort um Forscher und Besucher aus aller Welt an einem atmosphärisch aufgeladenen Ort zusammenzubringen. Welche Art von visionärem Forschungszentrum wäre für die nächsten Generationen der naturwissenschaftlichen Forschung und deren Kommunikation zur Welt angebracht? Erwartet wird ein starkes nachhaltiges Konzept, das räumlich-architektonisch neue Wege aufzeigt und in besonderer Weise auf den außergewöhnlichen Ort reagiert, eine visionäre Architektur die sich deutlich von konventionellen Gebäuden unterscheidet.

mehr Information(2.Auflage):

 

Ausgabetermin: 10.10.2019 um 10.00 Uhr, IEB
Prüfer*innen: Prof. Penkhues/ N.N. (Prof. Staab angefragt, aber noch nicht bestätigt)
Betreuung: Tina Wallbaum, Marc Hölscher, Frank Lindner
Hinweis:  Die Exkursion nach Teneriffa wird voraussichtlich vom 25.-29.10.19 stattfinden.(3 Tage SQM-Zuschüsse bewilligt (120€))
                         Der Eigenanteil wird ca. 150€ sein. Wir würden eine frühzeitige Interessenbekundung zwecks Organisation(e-mail an ieb@tu-bs.de) begrüßen.

Abbildung: Humboldt, „Geographie der Pflanzen am Teide“ aus „Atlas géographique et physique des régions équinoxiales du nouveau continent“, Tafel 2, Paris 1814