21_ME | Steinweg 2040

ME | Steinweg 2040

Marcel Proust schrieb vor über hundert Jahren in ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘ von der Anziehungskraft des Verborgenen, des vermeintlich Beiläufigen, das ihn auf seinem Weg durch die Stadt gefangen nahm.

Ist das ‚Flanieren‘ im letzten Jahrhundert aus unserer Gesellschaft verschwunden? Ist die Identität nach den Kriegen nicht mehr in die Innenstädte zurückgekehrt oder ist sie heute nur eine andere?

Die ‚Einkaufsmeilen‘ der Großstädte, einst Epizentren des Sehens und Gesehenwerdens, scheinen sich in einer fast gespenstischen Anonymität zu gleichen. In Zeiten der Pandemie, in denen das rastlose Publikum dieser Szenerie abhandengekommen ist, können wir das Gesicht der Städte neu entdecken.

Dafür möchten wir im Sommersemester im Rahmen des Masterentwurfs ‚vor der Tür‘ in Braunschweig eine stadträumliche und architektonische Feldstudie wagen, die die Zukunft in den Blick nimmt.

Der Steinweg war als Verbindungsachse zwischen Stadtkern und Park, zwischen Burg und Staatstheater lange eine der wichtigsten Geschäftsstraßen Braunschweigs und ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Im Oktober 1944 nahezu vollständig zerstört, ist er heute von Nachkriegsbauten dominiert.

Wir werden die Gebäude des Straßenzugs in bewegten Bildern, Zeichnungen und einem gemeinsamen Stadtmodell 1:200 analysieren und in einer Transformation Baufeld für Baufeld ein gestalterisches und typologisches Thesenpatchwork für den ‚Steinweg 2040‘ entwerfen.


Einführungsveranstaltung am: 15.04.2021 um 10:00 Uhr, digital
Wochentag fuer Korrekturen: donnerstags

Betreuung: Frank Lindner und Büsra Inci

Lehrformat: Präsenzlehre wird im größtmöglichen Umfang angestrebt.